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Ankunft in Lima, Peru

Wir kamen mit erheblicher Verspätung in Lima an. Es war weit nach Mitternacht. In jedem Reiseführer steht, dass man den Flughafen und die Umgebung bei Nacht meiden sollte. Aber hatten wir eine Wahl? Der Flughafen jedenfalls sah sehr viel versprechend aus. Ganz das Gegenteil was wir in Caracas erlebt hatten.
Der Flughafen befand sich gerade im Umbau. Vor der Passkontrolle wurden Touristeninformationsbücher verteilt. Alles stimmte, bis wir an die Gepäckbänder kamen. Und da standen wir nun, warteten und warteten. Wir ahnten schlimmes.
In einer Ecke lag nicht abgeholtes Gepäck wild durcheinander. Als bereits das Gepäck des nächsten Fliegers auf das Band kam, versuchten wir über das Personal nach unseren zwei Reisetaschen zu forschen. Aber wir wurden nicht ernst genommen. Man tat geschäftig, wir sollten uns doch an unsere Fluglinie wenden. Wenn das man so einfach gewesen wäre um 1 Uhr nachts. Wir hatten kein Glück, niemand fühlte sich auch nur annähernd für unser Problem verantwortlich. Irgendwann nahm einer des Flughafenpersonals unsere Vermisstenanzeige auf. Er versprach uns, sich am nächsten Morgen im Hotel zu melden, um uns mitzuteilen, wo unser Gepäck ist.
Nun gut mehr konnten wir im Moment nicht tun. Mit einem mulmigen Gefühl im Bauch und quälenden Fragen im Kopf gingen wir durch den Zoll und befanden uns plötzlich mitten im Kampf um den nächsten Fahrgast. Schwere Absperrungen und eine Reihe von Sicherheitsleuten verhinderten unsere Belagerung von scheinbar verrückt gewordenen Taxifahrern und solchen die es gerne sein würden. Wir kämpften uns mit einem ständigen „No“ durch die Massen und beschlossen erst einmal Geld zu tauschen. Aber auch dort wurden wir ständig gefragt, ob wir ein Taxi benötigen würden. Wir bemühten uns nicht so kopflos dazustehen. Aber wir waren ratlos, überfordert und genervt von den vielen Menschen die ständig etwas von uns wollten. Wir versuchten einen klaren Kopf zu bekommen. Für einen der vielen Taxifahrer mussten wir uns letztendlich entscheiden. Zwei Männer traten an uns heran, einer gab vor ein Mitarbeiter vom Flughafen zu sein. Er hatte eine Plastikkarte, die er uns als seinen Ausweis demonstrierte. Wir versuchten Ihm zu erklären dass wir ein Taxi zu unserem Hotel benötigten. Natürlich hatte der Mann gleich einen Fahrer bei der Hand. Es wurde um den Preis gefeilscht. Von einer Nachtzulage hatten wir bereits gehört. Der Fahrer blieb hartnäckig bei 20 US Dollar. Die ganze Situation war so irre, wie in einem schlechten Film. Wir wurden nach draußen gebracht. Alles ging so schnell. Das Taxi, stand nicht wie die anderen vor der Tür, sondern wurde von einem Dritten gebracht. Matthias war mehr als nur skeptisch. Diskutierte und versuchte Klarheit ins Dunkel zu bringen.
Wir waren uns nicht einmal sicher, ob der Fahrer unser Hotel kannte. Eigentlich sollte das Hotel gleich bei dem Flughafen sein. Als wir dann im Auto saßen und uns fragten auf was wir uns da eingelassen hatten, fing der Fahrer an uns zu erklären, dass er uns nach Miraflores bringt. Einem Stadtteil in dem die Touristen absteigen. Er kenne dort ein gutes Hotel. Da wir aber unser Zimmer für diese Nacht bereits bezahlt hatten, wollten wir natürlich auch in unser Hotel und nicht in irgendein anderes. Matthias blieb hartnäckig und redete auf den Fahrer ein. Schließlich drehte der Fahrer um und fuhr durch eine furchtbar abgelegene Gegend. Matthias versteckte vorsichtshalber seine Kreditkarte im Schuh und gab mir ein Zeichen, dass ich das gleiche tun sollte. Es war aber auch zu gruselig. Wir konnten es kaum glauben als wir plötzlich vor einem kleinen Hotel standen. Es sah ganz gut aus. Halt nicht die Nobelabsteige, aber es machte einen sicheren Eindruck mit den hohen Gittern vor dem Eingang. Erleichterung!
Im Hotel erwartete man uns schon. Wir versuchten zu erklären, dass unser Gepäck noch nicht da wäre und wir morgen früh einen Anruf bekommen würden. Das dauerte aufgrund unserer geringen Spanischkenntnisse ziemlich lange.
Gegen halb 3 Uhr bezogen wir dann unser Zimmer. Wir waren viel zu aufgewühlt als dass wir hätten schlafen können. Zum Anziehen hatten wir lediglich das, was wir auch anhatten. Wir krochen zusammen in eines der Betten und versuchten ein wenig Ruhe zu finden.

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