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Ein ungewollter Tag in Lima

Geschlafen hatten wir nicht viel, als das erste Tageslicht ins Zimmer fiel. Von der Neugier angetrieben, stand ich auf um einen Blick aus dem Fenster zu werfen. Das Hotel stand an einem kleinen Plaza. Ein Mann ging mit seinem Hund spazieren. Es sah eigentlich ganz friedlich aus. Nach einer warmen Dusche setzten wir erst einmal das gesamte Bad unter Wasser. Die Tür der Duschkabine war nicht dicht, so dass das ganze Wasser raus lief. Um schlimmeres abzuwenden, wischte ich mit dem bereits von Matthias benutzten Handtuch das Wasser auf. Ich hatte aber nicht bemerkt, dass wir nur ein einziges Handtuch hatten. Toll, da stand ich nun tropfnass. Es gibt schlimmeres, versuchte ich mich zu trösten. Wenig später kämpften wir mit der Klospülung die jedes Mal aushackte wenn man sie betätigte.
Wir beschlossen erst einmal zu Frühstücken. Unsere letzte feste Mahlzeit hatten wir im Lufthansaflug nach Caracas verspeist. Mit dem Scherz auf den Lippen: „Wer weiß wann wir wieder etwas vernünftiges bekommen!“.
Es gab zwei Maisbrötchen, die wir jedoch zu diesem Zeitpunkt noch nicht als solche identifiziert hatten, Butter und süße Marmelade. Dazu konnten wir Café mit Milch oder Café mit Wasser wählen. Die Zubereitung des Cafés ist in Peru sehr verschieden, ähnelt aber immer wieder einem Grundmuster. Man nehme Instandpulver der Marke Nescafé und verdünne dieses mit ein wenig heißem Wasser. Diesen Sirup bekam man nun serviert, dazu entweder heiße Milch oder heißes Wasser. Wir als Deutsche ließen unsere Tassen natürlich voll gießen. Nur konnte keiner von uns diesen starken Café-Sirup trinken. Da wir nur Café mit Milch (café con leche) bestellt hatten, ging ich ziemlich leer aus. Da ich keine heiße Milch trinke, konnte ich den Café auch nicht verdünnen. Von nun an bestellten wir immer einmal mit Milch und einmal normalen Café mit Wasser. So konnten wir den Café mit Wasser verdünnen und einen Schuss Milch dazugeben. Aber geschmeckt hat der gepanschte Kaffee nie richtig.

Da niemand vom Flughafen angerufen hatte, beschlossen wir wieder zum Flughafen zu fahren. Wir wurden vom Hoteleigenen Taxifahrer hingebracht. Er hieß Elvis und konnte kein Wort Englisch. Da unsere Spanischkenntnisse ebenfalls noch sehr dürftig ausfielen, konnten wir uns leider nicht groß unterhalten.
Die Fahrt zum Flughafen verlief noch viel chaotischer, wie die Nachts zuvor. Die Straßen waren jetzt mit Leben gefüllt. Es gab keine Spuren auf den Straßen. Die Autos fuhren dort wo gerade Platz war und erkämpften sich durch eindringliches Hupen den Weg. Elvis versuchte trotz des dichten Verkehrs den tiefen Schlaglöchern schwungvoll auszuweichen. Manch einem in Deutschland wäre furchtbar schlecht geworden. Ich aber war die Ruhe selbst und nahm genoss dieses südamerikanische Stadtleben mit allen Sinnen.

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