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Um halb 9 Uhr Morgens betraten wir dann wieder den Flughafen. Vertrautes Terrain! Von der Fluglinie aeropostal war niemand zu sprechen. Niemand konnte uns eine Auskunft geben. Wir irrten eine Weile rum, bis wir jemanden von der American Airline fanden, die uns zu einer Mitarbeiterin von Lufthansa brachte. War das toll, wie eine Vertraute stand sie vor uns und versuchte uns zu helfen. Sie fand unser Gepäck im System und meinte, dass es bereits in Lima sei. Nur konnte sie uns das Gepäck nicht aushändigen, da jede Fluggesellschaft ihre eigenen Räume hatte. Da aeropostal Sprechzeiten von 23 – 2 Uhr hatte, blieb uns nichts anderes übrig, als es noch einmal am Abend zu versuchen. Wir notierten unseren Gepäckcode und machten uns auf zur Autovermietung AVIS. Nachdem wir ewig durch den Flughafen irrten, fanden wir endlich außerhalb des Flughafengebäudes ein Büro von AVIS. Es war sogar jemand da. Dieser Mitarbeiter konnte leider kein Englisch und rief jemanden zu sich, der ebenfalls kaum Englisch sprach. Da standen wir nun zu viert in einem 2 mal 2 Meter großem Büro von AVIS. Mit europäischen Standard hatte das rein gar nichts mehr zu tun. Wir benötigten über eine Stunde, ehe wir alle Formalitäten erledigt hatten. Wir bekamen ein für Südamerikanische Verhältnisse sehr großes Auto. Einen Mittelklassewagen von Daewoo. Da saßen wir nun in unserem neuen Wegbegleiter und mussten durch das Verkehrschaos zurück zum Hotel finden. Es war aufregend aber es ging erstaunlicher weise gut. Da wir ein gut eingespieltes Team waren, fanden wir das Hotel auf anhieb wieder. Dort angekommen, ließen wir das Auto sofort einschließen, sicher ist sicher. Wir versuchten dem Hotelpersonal unser Problem mit dem Gepäck zu erklären und buchten das gleiche Zimmer für eine weitere Nacht.
Wir entschieden den Tag sinnvoll zu nutzen und fuhren mit Elvis ins Stadtzentrum. Wir dachten, dass das Zentrum etwas besser „europäischer“ wäre, aber da lagen wir falsch. Elvis ließ uns nach einer Irrfahrt durch Einbahnstraßensysteme an einem großen Plaza aussteigen. Überwältigt von der fremden Kultur, den Gerüchen und dem Trubel ließen wir uns über den Platz treiben. Die Menschen waren viel kleiner als wir es gewöhnt waren. Sie musterten uns und wir musterten Sie. Ein Umzug mit ordentlich Lärm und Getöse kam auf den Platz zu. Wir freuten uns so etwas miterleben zu dürfen und suchten uns gute Sichtplätze. Die Leute waren kostümiert und tanzten zu traditioneller Musik. Überall qualmten Lampen – es stank fürchterlich. Im hinteren Zug trugen Männer heilige Gebilde, dahinter liefen wichtige Leute wie in einem Trauerzug. Es war uns nicht möglich herauszufinden was dieser Umzug eigentlich bedeuten sollte. Aber wir wissen jetzt, dass in jeder Stadt an den Sonntagen ähnliche Umzüge stattfinden die meistens religiöser oder politischer Art sind. Wir gingen weiter und sahen hauptsächlich Kirchen aus denen Massen von Menschen kamen. Einkaufszentren oder Cafés bzw. Restaurants gab es nicht viele. Wir gingen in einen Hähnchen Tempel und ließen uns dort gebackene Teile vom Hähnchen und Pommes schmecken. Unser europäischer Magen hatte eine ganze Weile zu tun, diese Malzeit zu verdauen. |